Gebetsanliegen: Unfallverursacher und unsere Lehrerin Ivonne

(Entschuldigt bitte den langen Eintrag, wir hätten am liebsten noch mehr Details und mehr von unseren Gedanken und Gefühlen geschrieben...)

Der heutige Tag ging genauso aufregend und anstrengend weiter wie der gestrige Abend. Hinzu kam, dass Mandy einen Migräneanfall hatte.

Nach einigen Mails mit der VDM und einem Telefonat mit unserer Autoversicherung wussten wir, dass die Versicherung die Kosten übernehmen würde, wir aber eine Selbstbeteiligung zahlen müssten und auf jeden Fall versuchen sollten, so viel Geld wie möglich vom Verursacher zu erhalten. Allerdings sei es nicht nötig, alles gerichtlich zu regeln.

Wir waren daher zunächst bei Hyundai, um den Schaden begutachten zu lassen und einen Kostenvoranschlag zu erhalten. Die Kosten lagen deutlich unter dem, was wir erwartet hatten, aber immer noch deutlich über dem, was ein 79-jähriger Peruaner wohl zu zahlen imstande sei.

Mit dem Kostenvoranschlag haben wir uns dann wieder auf dem Polizeirevier mit dem Mann und seiner Tochter getroffen. Eine unserer Sprachschullehrerinnen (Ivonne) hat uns dankenswerterweise begleitet. Leider fing der Mann und seine Tochter wieder an, uns zu beschuldigen und erzählten diverse Lügen und beschimpften uns heftig. Wir haben ihnen dann nochmal ganz klar im Polizeibericht gezeigt, dass wir als Opfer dargestellt werden und sie sich die Anschuldigungsversuche sparen könnten. Diese ganzen Diskussionen und Beleidigungen haben aber auch dazu geführt, dass wir ein Stück weit enttäuscht waren. Die Art und Weise, wie sie mit uns redeten und uns behandelten, tat sehr weh (besonders weh tat, dass sie so getan haben, als wären wir in ihr Land gekommen, um Probleme zu schaffen). Hätte die Familie einfach gesagt, dass es ein ärgerlicher Unfall war, den sie aber leider nicht bezahlen können und hätten uns gesagt, wie viel sie bezahlen könnten, wären wir ihnen ganz anders entgegengekommen. So sind wir zunächst einmal auf dem Standpunkt geblieben, dass sie den Schaden bezahlen müssten. Um uns unter Druck zu setzen, sagten sie, sie würden überhaupt nichts zahlen und alles vor Gericht verhandeln wollen.

Als wir kurz aus dem Polizeirevier gegangen sind um in der Nähe eine Kopie des Polizeiberichtes zu bezahlen, sind der Mann und seine Tochter einfach abgehauen und daher haben wir dann auch geglaubt, dass nun der der gerichtliche Weg eingeschlagen werden muss. Wir haben uns mit Ivonne in Ruhe zusammengesetzt und nachgedacht. Der Bruder von Ivonne ist Anwalt und hat angeboten, den Fall so zu übernehmen, dass wir überhaupt nichts machen oder zahlen müssten. Ivonne hat versucht uns zu überzeugen, den Prozess anzustreben, weil sie das Verhalten der Familie unmöglich fand und meinte, sie müssten etwas daraus lernen. Der alte Mann tat uns eh schon leid und jetzt umso mehr. Es war halt klar, dass sie den Prozess nur verlieren konnten und damit deutlich mehr Geld ausgeben müssten, als das, was wir ihnen angeboten hatten. Wir waren nervlich ziemlich am Ende und kamen zu der Überzeugung, dass diese Familie tatsächlich etwas lernen sollte – doch vielleicht nicht auf diese Weise. Mandy und ich beschlossen, der Familie einen Brief zu schreiben und persönlich zu übergeben, in dem stehen sollte, dass wir ihnen vergeben und auch die ganze Schuld erlassen wollen und einfach alles aus eigener Tasche bezahlen. Nicht, weil sie ein Recht dazu hätten, sondern einfach aus Liebe und weil wir ihnen wünschen, dass sie Vergebung durch Jesus Christus empfangen können. Wir haben gebetet und eine gewaltige Erleichterung verspürt. Als wir unseren Entschluss unserer Lehrerin mitgeteilt haben, war sie sichtlich gerührt und konnte diese Entscheidung akzeptieren. Zehn Sekunden, nachdem wir ihr das mitgeteilt hatten, rief die Tochter des Unfallverursachers an und meinte, dass sie mit ihren Geschwistern gesprochen hätte und sie in der Lage wären, 75% der Selbstbeteiligung zu bezahlen.

Für uns war dies ein wunderbarer Moment, da Ivonne erleben durfte, wie GOTT handelt und wir durften erleben, dass die Familie endlich (und wenigstens) die Schuld eingesehen hat. Ivonne hat schon öfters gesagt, dass sie sieht, dass GOTT mit uns ist.

Wir haben uns kurz danach mit ihnen getroffen, einen Vertrag aufgeschrieben und einen Teil des Geldes bekommen. Die Familie wird den Rest in monatlichen Raten zahlen. Ivonne wird das Geld dann entgegennehmen, wenn wir in Curahuasi wohnen. Da uns die Familie trotzdem leid tut, haben wir mit Ivonne ausgemacht, dass wir nicht das ganze Geld wollen, sondern nur die Hälfte. Das weiß die Familie jetzt allerdings noch nicht, weil wir gerne wissen wollen, ob sie so ehrlich sind und die nächste Rate zahlen. Den Rest werden wir selbst übernehmen.

Durch diese Entwicklung glauben wir, dass GOTT es genau so wollte. Bitte betet aber dennoch weiterhin um Weisheit für uns und dass wir in dieser Situation ein Zeugnis sein können. Betet bitte auch für Ivonne. Sie hat schon viel von uns gehört und mit uns erlebt. Sie sagt von sich auch, dass sie gläubig sei. Allerdings beschreiben sich viele Peruaner als gläubig, haben dabei aber sein sehr abergläubisches und verzerrtes Gottesbild.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Elisabeth (Donnerstag, 03 Mai 2018 15:54)

    Gebete werden erhört. Gott ist gut und groß.
    Alles Liebe Euch.